Hot Seat ist ein wandmontiertes Objekt aus einem Heizkörper, dessen zentrale Struktur durch Hitzeeinwirkung deformiert und partiell geschmolzen wurde. Die ursprüngliche Funktion des Sitzens wird dabei sichtbar unterlaufen: Der Stuhl erscheint als Negativform – fragmentiert, instabil und nicht mehr benutzbar.
Die Arbeit bewegt sich zwischen Gebrauchsgegenstand und skulpturaler Intervention und untersucht die Transformation alltäglicher Infrastruktur unter extremen Bedingungen. Materialität, Verformung und Spur treten dabei als sichtbare Einschreibungen von Einwirkung und Belastung hervor.
Ausgehend von gegenwärtigen Arbeits- und Lebensbedingungen künstlerischer Praxis reagiert Hot Seat auf Erfahrungen von Prekarität, Druck und struktureller Unsicherheit. Der Ort des Sitzens – als Symbol für Teilnahme, Stabilität und Zugehörigkeit – wird durch Hitze deformiert und entzogen.
Das Werk versteht sich als Kommentar zu einem System, das künstlerische Arbeit unter ökonomischen und sozialen Druck setzt, und stellt die Frage, wie kollektive Strukturen in solchen Spannungsfeldern bestehen oder neu gedacht werden können.
März 2026